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Ablassen
Das Herunterlassen des im Seil hängenden Kletterpartners zum Boden oder zum letzten Standplatz
durch Seilausgeben.
Abseilen
Abstieg an einem fixierten Seil. Im Normalfall wird das Seil so durch einen Haken
gefädelt, daß beide Enden des Seiles nach unten Hängen. Man gleitet dann
mit einer Seilbremse, die die Fallenergie in Reibung umwandelt, am Seil hinab.
a.f.-Kletterstil, "alles frei"
( Begehungsstil)
Freies Durchsteigen einer Kletterroute bzw. Seillänge. Die Sicherungspunkte
( Haken,
Klemmkeile usw.) dürfen
nicht zur Fortbewegung am Fels genutzt werden, ein Ausruhen an den
(
Sicherungspunkten ist jedoch gestattet. Nach einem
Sturz wird vom letzten Sicherungspunkt aus wieder gestartet.
Begehungsstil
Art und Weise, in der eine Begehung durchgeführt wird in Bezug auf sicherungstechnische und sportliche Aspekte.
Die Definierung bestimmter Begehungsstile dient der Vergleichbarkeit der sportlichen Leistungen im Sinne der Sportkletterethik,
nach der das "Wie" einer Begehung das entscheidende Maß ist.
Bohrhaken
Haken, der in einem zuvor in kompakten Fels
gebohrten Loch befestigt wird. Je nach Befestigungsart unterscheidet man
Expansionsbohrhaken,
Zementierte Haken und
Klebehaken.
Bohrhaken zeichnen sich durch sehr große Sicherheitsreserven aus. Ein technisch einwandfrei gesetzter und nicht korrodierter
Bohrhaken kann durch Belastungen, wie sie beim Klettern auftreten können, in keinem Falle herausgerissen werden oder abbrechen.
Bouldern
"Bouldern" ist die eingedeutschte Form des Begriffes "bouldering". "Bouldering" steht im Englischen für das Klettern ohne
Sicherung (seilfrei) in Absprunghöhe. Der Begriff wurde aus dem Wort "Boulder" für Felsblock abgeleitet. Man klettert
bewußt in geringer Höhe über dem Erdboden, um jederzeit gefahrlos abspringen zu können, vorzugsweise
an kleinen Felsblöcken oder am Fuß höherer Wände. Der Übergang zum gefährlichen
solo-klettern ist allerdings fließend! Je nach Gelände und
Absprungfähigkeiten des Kletterers kann die kritische Höhe sehr unterschiedlich sein.
Bühlerhaken (kurz: Bühler)
Ein von dem Nürnberger Kletterer Oskar Bühler in den siebziger Jahren entwickelter
Bohrhaken aus Edelstahl, der in das Bohrloch
einzementiert wird
(
Zementierter Haken).
Der Bühlerhaken hat wegen seiner sehr hohen Sicherheitsreserven und seiner Korrosionsbeständigkeit eine weite Verbreitung
in deutschen Klettergebieten gefunden und dient darüber hinaus als Vorbild für gute Absicherung in vielen
anderen europäischen Klettergebieten.
Chalk
Magnesia
Clean climbing
Die Idee des "sauberen" Kletterns entstammt der nordamerikanischen Outdoor-Philosophie, bei allen Aktivitäten
keine Spuren zu hinterlassen ( "Don't leave footsteps"). Beim Klettern wird dies ermöglicht durch den Verzicht
auf jegliche
Haken zur Sicherung.
Statt dieser werden ausschließlich
Klemmkeile,
Klemmgeräte
und Schlingenmaterial zur Sicherung eingesetzt. Das Ideal des Clean climbing - eine Route also nur mit
Klemmkeilen gesichert zu klettern
- läßt sich aber nur in bestimmten Gesteinsarten (Granit, Sandstein) erfolgversprechend durchführen. Da die
überwiegende Mehrzahl der europäischen Klettergebiete jedoch aus Gesteinen aufgebaut werden, die sehr klemmkeilunfreundlich sind,
insbesondere Kalk- und Dolomitgesteinen, stellt diese Art der Sicherungspraxis hierzulande ein zu großes Risiko für den Kletterer dar.
Expansionsbohrhaken
Bohrhaken,
der mit Hilfe eines expansiven Klemmmechanismus im Bohrloch verankert wird. Einfach zu setzen, aber aufgrund
minderer Korrosionsbeständigkeit nicht so sicher wie
Zementierte Haken oder
Klebehaken.
Felshaken
Haken
Felsturm, Turm
Allseits freistehendes Felsgebilde.
fixer Haken
Haken, der dauerhaft im Fels verankert ist. In den Mittelgebirgsklettergärten handelt
es sich in der Regel um
Bohrhaken.
Flash (Begehungsstil)
Rotpunkt-Begehung einer unbekannten Kletterroute. Der Kletterer darf sich aber Informationen durch Befragen anderer Kletterer oder beim
Zuschauen einer Begehung sowie durch Fotos einholen.
Freiklettern
Beim Freiklettern werden technische Hilfsmittel (Seil, Haken, Karabiner, ...) nur zur Sicherung, nicht jedoch zur Fortbewegung am Fels eingesetzt.
Diese erfolgt im Gegensatz zum
künstlichen Klettern nur anhand der vorgegebenen Felsstrukturen
(Griffe, Tritte, Risse, ...). Der Begriff Freiklettern entstammt der Wiederentdeckung dieses "natürlichen" Kletterstiles Anfang der siebziger Jahre
in Westeuropa und den Alpen. Nach einer Phase exzessiver künstlicher Kletterei nach dem Krieg begann man zunächst in den Mittelgebirgen,
ehemals technisch gekletterte Wege ohne Hilfsmittel zur Fortbewegung zu klettern. Im Gegensatz zu früher kletterte man nun wieder "frei".
Fälschlicherweise wird unter Freiklettern oft das Klettern ohne Sicherung verstanden. Klettern ohne Seilsicherung bezeichnet man dagegen als
solo.
geschlagene Haken
Klassischer Fels
haken, der im Verlauf einer Begehung vom Vorsteiger in einen Felsspalt (Riß) oder
in ein Felsloch eingeschlagen wird. Je nach Materialaufwand und Länge der Klettertour werden geschlagene Haken vom Nachsteiger wieder entfernt.
Geschlagene Haken weisen auch in einem günstigen Fall nur geringfügige Sicherheitsreserven auf. Im Fels belassene geschlagen Haken werden
im Laufe der Zeit von Korrosion angegriffen und stellen damit einen sehr großen Risikofaktor dar. Die Festigkeit alter geschlagener Haken ist
unmöglich anhand ihres Erscheinungsbildes "von außen" erkennbar. Moderne
Bohrhaken
gelten dagegen als hundertprozentig sicher, sofern sie technisch einwandfrei gesetzt wurden und nicht korrodiert sind.
Haken
Haken werden beim Klettern zur Selbst- und zur Gefährtensicherung benötigt. Klassische,
geschlagene Haken
werden in Risse oder Löcher eingeschlagen. Moderne
Bohrhaken
werden in gebohrten Löchern verankert.
Hakensanierung
Austausch älterer, zumeist
geschlagener Haken
gegen moderne und sichere
Bohrhaken.
Indoor-Climbing
Klettern an künstlichen Kletterwänden in der Halle. (Vergl.
künstl. Kletteranlage)
Karabiner, Karabinerhaken
Bindeglied zwischen
Seil und
Sicherungspunkt.
Klebehaken
Bohrhaken, der im Bohrloch
mit Hilfe modernster Mehrkomponentenkleber verankert wird.
Klemmgerät
Variables und mobiles (d. h. wieder entfernbares) Sicherungsmittel. Aus
Klemmkeilen weiterentwickelte
Sicherungsmittel mit beweglichen Elementen, die gegenüber Klemmkeilen sicherer in der
Handhabung sind und ein breiteres Einsatzspektrum aufweisen.
Kamin
Felsspalt mit einer Breite größer ca. 0,4m.
Je nach Breite und anzuwendender Stemmtechnik unterscheidet man:
enge Stemmkamine, weite Stemmkamine, Spreizkamine. Engere Felsspalten bezeichnet man als Risse.
Kante
Die außenliegende Verbindung zweier im spitzen Winkel aufeinandertreffenden Flächen (Hausecke).
Klemmkeil
Variables und mobiles (d. h. wieder entfernbares) Sicherungsmittel. Klemmkeile sind speziell geformte Aluminiumelemente mit einem durchgefädelten
kurzen Drahtseil oder einer Seilschlinge. Klemmkeile und
Klemmgeräte werden als Ergänzung
zu fixen Sicherungen
(
Haken) in Rissen und Löchern verankert ("gelegt") und im Verlauf der Begehung
wieder entfernt. Sie hinterlassen damit keine Spuren. Die Anwendung von Klemmkeilen wird durch Art, Struktur und Festigkeit des jeweiligen Gestein
beeinflußt und limitiert. Im Urgestein (Sandstein, Granit, Basalt) lassen sich Klemmkeile i. d. R. häufiger einsetzen als an kompakten Kalk- oder
Schieferfelsen. Die Anwendung von Klemmkeilen erfordert Können und Erfahrung und weist als alleiniges Sicherungsmittel weniger Sicherheitsreserven
auf als fixe Sicherungen wie
Bohrhaken.
Kletterhalle
künstliche Kletteranlage
Klettersteig
Eine meist mit Drahtseilen und evtl. mit Leitern versicherte Steiganlage, mit der Wanderern exponierte Steilwände zugänglich gemacht werden.
Das Begehen von Klettersteigen hat im engeren Sinne nichts mit Klettern und überhaupt nichts mit
Sportklettern
zu tun. Klettersteige sind ein Phänomen der Alpen. Dort sind sie - vor allem in den Dolomiten ein Relikt des Ersten Weltkrieges. In den deutschen Mittelgebirgen
- vor allem im Frankenjura, aber z.B. auch im Steinbruch Hainstadt - wurden Übungsklettersteige angelegt. Strenggenommen dürfen generell alle Steiganlagen,
die der Erreichbarkeit von Felsgipfeln dienen, als Klettersteige erachtet werden, also auch Treppen, Leitern und trassierte Wege, die beispielsweise zu Aussichtspunkten
auf Felsen führen.
Knotenschlinge
Traditionelles mobiles Sicherungsmittel, in seiner Anwendung analog zum
Klemmkeil.
Ein Seilstück wird doppelt genommen, und in die parallelen Enden wird ein Sackstichknoten
oder ein Achterknoten geknüpft. Dieser Knoten wird in lockerem, flachgedrücktem Zustand
in eine Rißverengung gestopft und festgezogen. Durch das Festziehen verdickt der Knoten und
bietet damit einen brauchbaren Sicherungspunkt.
knotenschlingen sind in Ihrer Anwendung stark limitiert auf die Notwendigkeit des Vorhandenseins
einer Rißverengung. In parallelwandigen oder nach außen offenen Rissen bieten
Knotenschlingen keine Sicherung.
Aus diesem Grund und aufgrund des vielvältigen Angebots an modernen, leichter anwendbaren
Klemmgeräten und
Klemmkeilen
finden Knotenschlingen heute beim Klettern nur noch in wenigen bestimmten Klettergebieten Ostdeutschlands
und der Tschechischen Republik Verwendung. Dort würden die häufig anzutreffenden sehr weichen
Sandsteine durch metallene Sicherungsmittel zu stark in Mitleidenschaft gezogen.
Künstliche Kletteranlage
Meist in Hallen aufgebaute künstliche Kletterwände aus verschieden Materialien und in verschiedenen Bauweisen. Die Varianten reichen von
Primitivlösungen mit direkt auf Mauerwerk aufgeschraubten Griffelementen über Holzplattenkonstruktionen bis hin zu sehr aufwendigen
Kunstwänden mit unterschiedlich geformten und strukturierten Wandelementen aus Kunstharz. Bei Außenanlagen kommen zumeist
Wandelemente aus Beton zum Einsatz.
Künstliches Klettern
Klettern mit Einsatz technischer Hilfsmittel (
Seil,
Haken,
Strickleitern, ...) zur Fortbewegung am Fels. Im Gegensatz zum
Freiklettern
ist der Erfolg damit nicht mehr abhängig von der Struktur der Felsoberfläche und der Leistungsfähigkeit
des Kletterers, da mit dem Einsatz von
(Bohr)Haken und Strickleitern
prinzipiell jede noch so glatte und überhängende Wand überwunden werden kann.
Kunstwand
Künstliche Kletteranlage
On Sight (Begehungsstil)
Rotpunkt-Begehung
einer völlig unbekannten Kletterroute.
Lettenlöcher
Lettenlöcher sind für Buntsandstein charakeristisch. Sie sind besonders dort gut zu
erkennen, wo sich relativ junge Abbruchflächen gebildet haben - sei es durch
natürliche Erosionsprozesse oder Gesteinsabbau durch den Menschen.
Lettenlöcher sind meist flache und ungefähr horizontal verlaufende Löcher
von oft beachtlicher Größe und Tiefe. Lettenlöcher entstehen selbst
nicht durch Erosion, sondern sind im Gestein selbst vorhanden. Sie unterscheiden
sich von anderen, durch die Erosion entstandenen Felslöchern vor allem durch
ihre glatten und meist ungefähr parallel verlaufenden Flächen des
"Bodens" und der "Decke".
Da Lettenlöcher vor allem durch das Brechen des Sandsteins zu Tage treten,
bilden sie an den dann oft sehr glatten und strukturlosen Wandflächen oft die
einzigen brauchbaren Haltepunkte zum Klettern, vor allem in Buntsandsteinbrüchen.
Magnesia
Ein vom Turnen bekanntes, zum Neutralisieren des Handschweißes verwendetes Magnesiumhydroxidcarbonat-Hydrat
(wechselnde Zusammensetzungen, meist: 4MgCO3 × Mg(OH)2 × 4H2O).
Chemische Bezeichnung: "basisches Magnesiumcarbonat", nicht zu verwechseln mit Magnesiumoxid (MgO), welches in der Chemie als "Magnesia"
bezeichnet wird. Magnesia wirkt schwach basisch und neutralisiert damit den sauren Handschweiß.
Ferner ist das Pulver schwach hygroskopisch und hat daher ein trocknende Wirkung.
Die Löslichkeit in Wasser ist sehr gering (Maximal lösliche Menge in Wasser, jeweils in g / 100g Lösung bei 20oC:
MgCO3: 1,1 × 10-2, Mg(OH)2: 8,5 × 10-4; G. O. Müller: Lehrbuch der
angewandten Chemie, 6. Auflage, 1987).
Markierungssymbole
Kleine runde Blechschilder (Durchmesser ca. 10cm) mit einem schwarzen Pfeil oder einem schwarzen Kreuz auf weißem Grund.
Sie dienen der einheitlichen Markierung von Zugängen, Zu- und Abstiegswegen und damit der Lenkung der Felsbesucher zur
Eindämmung oder Verhinderung von Erosionserscheinungen. Die Symbole wurden in der Sächsischen Schweiz entworfen
und werden heute bundesweit eingesetzt.
nachsteigen, Nachstieg
Begehung einer Kletterroute mit Seilsicherung von oben (keine Sturzgefahr). Der Zweite einer
Seilschaft
klettert als Nachsteiger mit Seilsicherung von oben, nachdem der Seilerste die Seillänge
vorgestiegen
hat.
Nachsteiger
nachsteigen, Nachstieg
Piazen
Klettern auf Gegendruck. Piazen wird zur Überwindung glatter Rißschuppen und Verschneidung angewendet.
Beim Piazen ziehen die Arme an der griffigen Kante eines Risses oder einer Felsschupppe,
während die Beine nahe bei den Händen an der glatten Wand durch die Reibung allein auf
Gegendruck halten.
Ringhaken, Ring
Ein Haken der mit einer sehr kleinen feststehenden Öse ausgerüstet ist, in der ein größerer Ring parallel zur Felsoberfläche
hängt, in welchen der
Karabiner eingeklinkt wird. Ringhaken haben
den Vorteil, daß sie optisch weniger auffällig sind als starre Ösen, insbesondere
Bühlerhaken. Allerdings haben sie
den Nachteil, daß die
Karabiner schwerer einzuhängen sind,
was wiederum sicherheitsrelevant ist.
Riß
Felsspalt mit einer max. Breite von ca. 0,4m.
Man unterscheidet je nach Breite und daraufhin anzuwendender Klemmtechnik: Fingerrisse, dünne Handrisse,
Handrisse, Faustrisse, enge Schulterisse, breite Schulterrisse.
Noch breitere Risse bezeichnet man als Kamine.
Rotkreis (Begehungsstil)
Freies Durchsteigen einer Kletterroute bzw.
Seillänge. Die
Sicherungspunkte (
Haken,
Klemmkeile usw.) dürfen nicht zur Fortbewegung am
Fels genutzt werden. Im Gegensatz zum
a.f.-Kletterstil ist ein Ausruhen an den Sicherungspunkten nicht
gestattet. Nach einem Sturz wird wieder vom Boden aus gestartet oder vom letzten Punkt, an dem man stehen oder sitzen kann, ohne die Hände
zu benutzen (sog. "No-Hand-Rest"). Alle Sicherungspunkte müssen im Verlauf der Begehung angebracht werden!
Rotpunkt (Begehungsstil)
Freies Durchsteigen einer bekannten Kletterroute bzw.
Seillänge
in einem Zug, das heißt ohne Sturz und ohne an Sicherungspunkten auszuruhen.
Sanduhr
Zwei oder mehrere Felslöcher mit einer felsinneren Verbindung. Vor allem im Kalk und im Sandstein anzutreffen.
Sanduhren können als natürliche Sicherungspunkte dienen sofern ihr Steg genügend fest ist.
Man fädelt dazu eine Seil- oder Schlauchbandschlinge durch die Sanduhr und hängt in diese
den Sicherungskarabiner und das Seil ein.
Schwierigkeitsbewertung
Die Schwierigkeitsbewertung im Klettersport erfolgt subjektiv durch Vergleiche mit anderen bereits bekannten Kletterstellen durch jeden einzelnen Kletterer.
Die Schwierigkeit einer Kletterei wird in erster Linie durch die Steilheit der Wand und die Wandstrukturen bzw. deren Reichtum und Größe
bestimmt. Die Skala der Schwierigkeitsgrade im Freiklettern reicht von leichten, meist geneigten und großgriffigen Klettereien bis hin zu extrem
steilen (überhängenden) und extrem kleingriffigen Klettereien mit weit auseinanderliegenden Strukturen. Die Schwierigkeitsskala ist generell
nach oben offen. Die derzeit schwersten Freikletterrouten werden mit dem 11. Grad bewertet.
Zur Bewertung der Schwierigkeiten in
künstlicher Kletterei existiert eine eigene Skala von a0 bis a5
("a" steht für "artificiel"). In diese Bewertung gehen Faktoren wie materialtechnischer Aufwand, Krafteinsatz, Hakenabstände usw. ein.
Zur Kennzeichnung von kombinierten Klettereien (Kletterwege mit Passagen in
freier- und
künstlicher Kletterei) wird die Freikletterbewertung in der
Schwierigkeitsangabe in römischen Ziffern geschrieben, z.B. VI/a2.
Seil
Das wichtigste Element der Selbst- und Gefährtensicherung. Kletterseile bestehen aus Nylon und haben eine Länge von 50 - 70 m, bei einem
Durchmesser von 9 bis 11 mm.
Seillänge
Sicherungsabschnitt einer Kletterroute, dessen Länge durch die Länge des verwendeten Seiles und durch den Routenverlauf bestimmt wird.
Da moderne Kletterseile i. d. R. eine Länge von 50 - 70 m aufweisen, stellt die weit überwiegende Zahl der Kletterwege an Mittelgebirgsfelsen
Ein-Seillängen-Routen dar.
Seilschaft
Klettergemeinschaft, bestehend aus einem
Vorsteiger und einem oder mehreren
Nachsteigern, die sich gegenseitig sichern.
Sicherungsmittel
Alle zur eigenen und zur Sicherung des Seilgefährten notwendigen Utensilien, wie
Seil,
Haken,
Klemmkeile usw.
Sicherungspunkt
Alle Arten von
Standplatz-
Zwischensicherungen, wie
fixe Haken,
geschlagene Haken,
Klemmkeile, Sanduhrschlingen usw..
Solo
Begehung einer Kletterroute ohne jegliche Sicherung. Fälschlicherweise wird das Soloklettern immer wieder als
Freiklettern mißverstanden.
Sportklettern
Die Wiederentdeckung des
Freikletterns Anfang der siebziger Jahre in Westdeutschland
und dem Alpenraum brachte auch die Erkenntnis mit sich, daß das Klettern an sich ein Sport ist. Vor dieser Zeit wurde das Klettern
nur als Teil des Bergsteigens angesehen und damit als ein Mittel unter vielen (Wandern, Eisklettern, Skifahren, ...), die Gipfel hoher
und höchster Berge zu erreichen. Das Klettern emanzipierte sich aus dieser Rolle und wurde Selbstzweck und damit eine
eigenständige Sportart. Um den Unterschied zum klassischen, "alpinen" Klettern klar hervorzuheben, fand der Begriff Sportklettern
weite Verbreitung. Fälschlicherweise wird der Begriff Sportklettern auch in Klettererkreisen (vor allem in traditionell geprägten
Gebieten) immer wieder als das Klettern von sehr gut abgesicherten (evtl. aus dem Abseilsitz eingerichteten) Kletterrouten oder gar als
Wettkampfklettern mißverstanden. Ob jemand "sportlich" klettert bzw. sich als
Sportkletterer versteht, hängt aber in keiner Weise mit der Qualität der Absicherung oder mit der Art des "Kletteruntergrundes"
(natürlicher Fels oder Kunstwand) zusammen. Einzig und allein ausschlaggebend ist das Selbstverständnis des Kletterers und
die Existenz von Regeln. Letztere werden beim Sportklettern im allgemeinen nur lose als
Begehungsstile
definiert, die die Vergleichbarkeit der einzelnen Leistungen gewährleisten sollen.
"Im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung ist das Sportklettern völlig unabhängig von den gekletterten Schwierigkeitsgraden.
Vielmehr ist allein die geistige Einstellung und die Zielsetzung über das "Wie" einer Kletterei von Bedeutung. Die erste und wichtigste
Regel des Sportkletterns heißt "freies Klettern". Dies bedeutet, daß man die Gegebenheiten und die Schwierigkeiten einer Felswand
akzeptiert und versucht, sie ohne künstliche Hilfsmittel zur Fortbewegung, d. h. zur Überwindung der Schwerkraft, zu bewältigen."
(Wolfgang Güllich: Sportklettern heute, 1. Auflage, 1986)
Standplatz
Der Standplatz ist der sicherungstechnische Fixpunkt, an dem die Kräfte einer evtl. Sturzbelastung über Haken
auf den Fels übertragen werden. Die Fixpunkte am Standplatz
(
Haken,
Klemmkeile, ...) müssen absolut ausreißsicher
sein, da bei einem Ausbruch die komplette Seilschaft abstürzen kann.
Technisches Klettern
Künstliches Klettern
Toprope (Begehungsstil)
Begehung einer Kletterroute mit Seilsicherung von oben (keine Sturzgefahr). Im Gegensatz zum klassischen
Nachstieg,
bei dem der sichernde Seilpartner am Standplatz oberhalb des Kletterers steht und den Nachsteiger von dort sichert, wird beim Toprope das Seil in einem Fixpunkt
(
Umlenkhaken) umgelenkt, sodaß beide Enden des Seiles
nach unten hängen. Der Sichernde kann so den am einen Ende eingebundenen Kletterer vom Boden aus durch das Einzuziehen des anderen, freien Endes sichern.
Dieses Verfahren kann nur in Klettergebieten zum Einsatz kommen, in denen die Routen nicht höher als die halbe Seillänge, d. h. nicht länger
als ca. 25m sind. Die Vorteile gegenüber dem Sichern von oben sind, zum einen, daß man den Kletternden besser beobachten kann und zum anderen,
daß die Sicherung auch von anderen Mitgliedern einer Gruppe übernommen werden kann und sich nicht allein der Vorsteiger damit beschäftigen
muß. Aus diesen Gründen ist das Sichern mit Toprope eine beliebte Technik bei Kletterkursen und generell in Klettergärten.
Umlenkhaken
Haken, der in der Wand auf dem Felskopf oder knapp unterhalb desselben angebracht wird. Der Umlenkhaken ermöglicht das Zurückkehren des Kletterers
an den Einstieg durch
Ablassen oder
Abseilen, ohne daß auf den Felskopf oder Gipfel ausgestiegen, bzw. dort ein
Standplatz
bezogen werden muß.
Verschneidung
Die innenliegende Verbindung zweier im spitzen Winkel aufeinandertreffenden Flächen (Zimmerecke).
vorsteigen, Vorstieg
Der Seilerste einer
Seilschaft klettert eine
Seillänge empor, er steigt vor.
Dabei wird er von seinem Partner von unten gesichert. Der Vorsteiger trägt das Risiko eines möglichen Sturzes. Im Gegensatz zum
Nachsteiger, der von seinem Partner von oben gesichert die
Seillänge
als Seilzweiter gefahrlos klettern kann.
Vorsteiger
vorsteigen, Vorstieg
Waben
Sandsteintypische Verwitterungsform der Felsoberfläche. Durch oberflächlich ablaufendes Wasser
werden aus dem Gestein seichte, offene und eng beieinanderliegende Löcher mit schmalen Zwischenstegen
herausmodelliert.
Wettkampfklettern
Direkter Kletterwettkampf. Man unterscheidet das Schwierigkeitsklettern und das Geschwindigkeitsklettern (Speed-Klettern), wobei letzteres nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Kletterwettkämpfe werden aus Gründen des Naturschutzes generell in Hallen durchgeführt. Es werden regelmäßig Weltcup-Veranstaltungen sowie Welt-,
Europa- und Deutsche Meisterschaften durchgeführt. Es existiert eine Deutsche "Sportkletternationalmannschaft".
Wettkampfklettern wird oft mit
Sportklettern verwechselt, ist aber nur eine Spezialform des
Sportkletterns.
Zementierter Haken
Bohrhaken, der im Bohrloch mit Hilfe von
schnellbindendem Spezialzement verankert wird. Ein klassischer Vertreter dieses Typs ist der
Bühlerhaken.
Zwischensicherung
Ein
Sicherungspunkt, den der
Vorsteiger im Verlauf des
Vorstieges in regelmäßigen Abständen einhängt
(
fixe Haken)
oder zuvor erst anbringen oder legen muß
(
Klemmkeile,
Klemmgeräte,
Sanduhrschlingen,...) um die mögliche Sturzhöhe stets in Grenzen zu halten.