Oft gestellte Fragen kurz beantwortet. |
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Wo und wie kann ich mit dem Klettern beginnen? In den meisten Fällen wird es das günstigste sein, wenn Sie sich an die nächstgelegene
Sektion des Deutschen Alpenvereins wenden. Auf der jeweiligen Geschäftstelle können Sie
sich nach der Klettergruppe der Sektion erkundigen. Siehe:
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Muß/sollte ich einen Kletterkurs mitmachen? Nein, nicht unbedingt! Niemand ist gezwungen, Geld für einen Kletterkurs auszugeben. Kletterkurse können nützlich und
sinnvoll sein und sind sicher in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, mit dem Klettern in Kontakt zu kommen. |
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Freiklettern ist mir zu gefährlich! Wo kann ich Klettern mit Sicherung lernen? Freiklettern hat nichts mit Klettern ohne Sicherung zu tun! Eine genaue Begriffserklärung findet sich im
Bei allen Kletterkursen für Anfänger und fast allen Kurse für Fortgeschrittene nimmt das Thema Sicherungstechnik einen breiten Raum ein. Unabhängig davon geht es bei allen Kletterkursen um "Freiklettern". |
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Wo kann ich in Deutschland Klettern? In Deutschland gibt es viele, z.T. sehr große und weltbekannte Klettergebiete.
Einige davon sind auf dieser Web-Site
Die bedeutendsten Gebiete sind (von Nord nach Süd):
Neben diesen großen Klettergebieten gibt es noch viele kleinere Gebiete und Einzelfelsen. Neben den natürlichen Felsen gibt es auch zahlreiche künstliche Kletteranlagen bzw. -hallen. |
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Welches Material braucht ein Kletteranfänger? Als Kletteranfänger braucht man nicht allzuviel Ausrüstungsgegenstände. Das mag die eine oder den anderen überraschen, aber man lernt ja das Klettern nicht alleine. Und fast immer ist es so, daß ein(e) erfahrene(r) Kletterpartner(in) mit vielem für die ersten Schritte aushelfen können. Für den dauerhaften Einstieg (Nachstieg) sollte man sich folgende Ausrüstungsgegenstände zulegen:
Fortgeschrittene mit Vorstiegsambitionen brauchen zusätzlich:
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Welches Seil soll ich mir kaufen? Diese Frage ist nicht allgemeingültig zu beantworten. Die Entscheidung für einen bestimmten Seiltyp und eine bestimmte Preiskategorie ist zu großen Teilen auch eine Geschmacksfrage. In jedem Fall hängt die Wahl des Seiltyps aber mit der beabsichtigten Art der Nutzung zusammen. Für den standardmäßigen Einsatz im Klettergarten und in vielen kürzeren Mehrseillängenrouten ist ein Einfachseil mit einem Durchmesser von 10 bis 11mm das Seil der Wahl. Die Länge sollte nicht unter 50m liegen. In vielen modernen (Sport-) Klettergebieten ist ein 60m-Seil von Vorteil, in seltenen Fällen sogar zwingend notwendig. Für den alpinen Einsatz sind Zwillingsseile mit Durchmessern von 8,5 bis 9mm unbedingt empfehlenswert und in vielen Gebieten zum Abseilen (doppelte Abseilhöhe) unerläßlich. Bei Zwillingsseilen wird man i.d.R. 50m-Seile wählen. Zwei 60m-Stränge wären schließlich doch etwas gewichtig. Imprägnierte Seile braucht man eigentlich nur, wenn man damit auch auf einem Gletscher herumwandern möchte. Die meisten besseren Seile sind aber sowieso mit Silikon imprägniert. Immerhin erhöht die Imprägnierung auch etwas die Abriebfestigkeit. |
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Welche Schuhe soll ich mir kaufen? Auch hier kann es keine allgemeingütige Antwort geben, zu Unterschiedlich sind die Füße und zu unterschiedlich sind die Geschmäcker. Ein paar grobe Richtlinien kann man dennoch nennen (teilweise Binsenweisheiten):
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Wie markiert man die Seilmitte? Bei jedem Einfachseil sollte die Seilmitte optisch leicht erkennbar markiert sein. Diese Mittenmarkierung wird beim Abseilen benötigt, um das Seil im Abseilpunkt mittig einhängen zu können. Bei den einzelnen Strängen eines Zwillingsseils sind Mittenmarkierungen zwar nicht unbedingt nötig aber sinnvoll und wichtig, wenn man einmal ausnahmsweise an einem einzelnen Seil abseilen möchte. Grundsätzlich stehen zwei Methoden zur Wahl:
Für die einfache Farbmarkierung gibt es auf dem Markt Seilmarkierungsstifte. Es sollten in jedem Fall nur diese speziellen Produkte verwendet werden, um die Seilfasern nicht durch Inhaltsstoffe der Stiftfarbe zu schädigen! Diese Methode hat den Vorteil, daß die Markierung nicht "aufträgt", das heißt, daß das Seil an der Markierung nicht dicker wird. Ferner ist eine solche Markierung "ortsfest" - sie kann sich nicht verschieben. Nachteil der Farbmarkierung ist, daß sie überhaupt nur bei eher hellen Seilen angewendet werden kann. Bei Seilen in dunklen Farben kann man die Farbmarkierung kaum oder gar nicht erkennen. Außerdem sollte man einkalkulieren, daß Seile durch den Einsatz im Gelände verschmutzen und damit dunkler werden. Die Markierung mit Klebeband ist in der Regel die bessere Lösung, da ein zur Seilfarbe kontrastfarbenes Klebeband wesentlich besser sichtbar ist. Wichtig ist allerdings, daß das verwendete Klebeband für diesen Zweck taugt. Am besten verwendet man breites, dünnes, äußerlich glattes Klebeband, z.B. Nylon-Klebeband zur Reparatur von Zelten, Schlafsäcken usw. Oft werden aber stattdessen viel zu dicke und zu rauhe Gewebebänder, wie Leukoplast, Leukotape oder Tesaband verwendet. Markierungen mit solchen Klebebändern halten aber nicht sehr lange. Durch die Walkkräfte im Abseilachter werden sie sehr strapaziert und schließlich auf dem Seil verschoben oder abgerissen. Dagegen hält eine Mittenmarkierung mit Nylon-Klebeband auch bei intensiver Seilbenutzung erfahrungsgemäß viele Monate. Tip: Um die Mittenmarkierung so gut es geht zu schonen, das Seil immer mit der Mitte in die Abseilverankerung hängen - was ja sowieso der Normallfall sein sollte - auch dann, wenn die Abseillänge deutlich kürzer ist, als die halbe Seillänge. So "fährt" man nie mit der Abseilbremse über die Markierung. Eine Mittenmarkierung, die über die ganze Seillebensdauer hält bzw. sichtbar ist, gibt es vermutlich nicht. |
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Muß/sollte ich als Anfänger Krafttraining machen? Nein! Es ist nicht unbedingt von Nachteil, als Anfänger wenig Kraft zu haben. So ist man von Anbeginn an quasi
"gezwungen", ordentlich auf den Füßen zu stehen und sich damit eine gute Klettertechnik anzueignen. Siehe: |
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Wie verbessere ich meine Klettertechnik? Also zunächst mal braucht Mann/Frau Geduld! Wenn man Probleme mit der Klettertechnik hat, sollte man nicht ständig an der Leistungsgrenze klettern. Man sollte während des Kletterns Zeit haben, sich auf die Technik (auf die Füße) zu konzentrieren. Das geht schlecht, wenn man voll "auf Anschlag" klettert. Außerdem geht mit schwindender Kraft beim Klettern an der Leistungsgrenze immer auch die Koordination und damit die Technik ein Stück weit verloren. Es macht im übrigen den Könner aus, dieses "Stück weit" relativ gering zu halten. Also: Erstmal den Schwierigkeitsgrad zurückschrauben! Dann können Übungen, wie freihändig Klettern (im geneigten Gelände) oder einhändig Klettern (im geneigten bis senkrechten Fels) helfen, das Stehen auf den Füßen zu lernen. Ganz wichtig und von vielen Leuten völlig unterschätzt ist ferner das Gestein, in dem man sich bewegt. Ob ein Klettergebiet tendenziell athletische oder technisch-diffizile Kletterei bietet, hängt sehr vom Gestein ab. Also: Kalkgebiete ebenso meiden wie alle Arten von Steinbrüchen. Und die Hallen gleich ganz vergessen! Am besten sind Sandsteingebiete (Pfalz, Elbsandstein,...) zur Technikschulung, da sie die größte Strukturvielfalt bieten und die Routen typischerweise weniger steil sind, als etwa im Kalk. Auch nicht schlecht sind Granitgebiete mit ihren Platten und Rissen (Harz, Vogesen, Alpen,...) oder Konglomeratgebiete wie etwa Meteora (Griechenland) oder Montserrat (Spanien). Diese sind allerdings strukturell meist eher eintönig. Als Grundsatz kann man vielleicht sagen: |
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Sollte ich Magnesia verwenden oder darauf verzichten? Die klassische Antwort: kommt ganz drauf an! Zunächst sollte man sich der Eigenschaften von Magnesia (Magnesiumcarbonat-Hydrat, auch "Chalk" genannt;
vergl.: Positiv und der Grund seiner Verwendung im Klettersport ebenso wie etwa beim Turnen ist der trocknende
Effekt, den dieses hygroskopische Pulver bewirkt. Ebenso positiv wirkt sich aus, daß Magnesia schwach
basisch reagiert und damit in der Lage ist, den sauren Handschweiß zu neutralisieren. Die früher oft kolportierte Behauptung, Magnesia schleife die Felsoberfläche ab, kann wegen der geringen Härte des Pulvers im Reich der Fabel angesiedelt werden. Aus den o.g. Eigenschaften kann man folgende Faustregeln für die Verwendung in verschiedenen Gebieten bzw. Gesteinen ableiten:
Wichtig ist zuletzt noch anzumerken, daß lokale Magnesiaverbote immer eingehalten werden sollten, wie etwa im Elbsandsteingebirge, am Battert, etc... |
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Was ist Pof bzw. Kolophonium? Darf/sollte ich das verwenden? Kolophonium, auch Rosin genannt (engl.: "Resin", franz.: "Colophane" o. "Pof"), ist ein
komplexes, natürliches oder industriell modifiziertes Koniferenharzgemisch. Es handelt
sich um den nicht-flüchtigen Anteil von Kiefernharz. Die chemischen Inhaltsstoffe
sind zu 90% verschiedene Diterpensäuren (Abietinsäure 40-50%, Laevopimarsäure,
Dehydroabietinsäure, Pimarsäure, Neoabietinsäure u.a.) in wechselnden
Mischungsverhältnissen. Beim Klettern eingesetzt soll Kolophonium durch seine harzigen, also klebrigen Eigenschaften die Reibung zwischen Fels und Kletterschuh bzw. zwischen Fels und Hand erhöhen. Bei Applikation von Kolophoniumstaub auf die Hand entsteht zudem der Eindruck von Trockenheit, da der hydrophobe Staub selbst absolut trocken ist. Die Nachteile der Verwendung von Kolophonium beim Klettern liegen in der Klebrigkeit des Harzes begründet. Kolophonium klebt nämlich wirklich überall, d.h. nicht nur auf Händen oder Kletterschuhen, sondern ebenso auch auf dem Fels, zumal es bei der z.B. in Fontainebleau weit verbreiteten Anwendungsweise direkt auf den Fels aufgepudert wird. Klebt das Harz erst einmal auf dem Fels, so ist es dort nicht mehr ohne weiteres zu entfernen, wie etwa Chalk durch Bürsten. Kolophonium ist nur mit Hilfe von Lösungsmitteln entfernbar, was in der Natur niemand ernsthaft in Erwägung ziehen sollte. Oft wird die Meinung vertreten - z.B. von der französischen Organisation für den Erhalt der Klettergebiete CoSiRoc - daß Kolophonium durch die solare UV-Strahlung zersetzt und damit auf natürlichem Wege abgebaut werden würde. Ob allerdings dieser Effekt außerhalb eines Labors, an Felsen, unter Überhängen und Bäumen, signifikant ist, darf doch sehr bezweifelt werden. Die Erfahrungen an stark frequentierten Bouldern in Fontainebleau lassen eher darauf schließen, daß sich die Harzreste auf den Griffen und Tritten mit der Zeit ansammeln und mit dem darauf klebenden Staub, dem Gummisohlenabrieb, mit Pollen u.a. zu einer unansehnlichen schwarz-gelben Masse mutieren. Im Grunde genommen sollte man also auf den Einsatz von Kolophonium beim Klettern vollständig
verzichten. Es führt über kurz oder lang zu negativen und irreversiblen
Verklebungseffekten auf der Felsoberfläche.
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Was bedeuten die Schwierigkeitsgrade? Siehe: |